Tag 10: durch Slowenien nach Mauterndorf–fast….

Heute morgen haben wir gepackt – wir waren die ersten, die in Zorans Haus wach wurden und blieben, trotz der einen oder anderen ‘Sägeorgie’ im Gemeinschaftszimmer Smiley

Mittlerweile geht das alles fast geräuschlos – wir sind in Übung & in Routine. Um 9 Uhr soll’s los gehen, wir sind kurz nach acht Uhr fertig. Im Haus ist es immer noch ruhig – wir stellen uns darauf ein ohne Frühstück zu fahren und unterwegs anzuhalten. Um kurz vor neun ruft’s dann doch plötzlich vom Balkon: “Kava?” – Wir stimmen zu, nüchtern fährt sich’s nicht so gut Smiley

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Um kurz nach neun geht’s dann wirklich los. Die heutige Tagesroute umfasst 370km – ein gutes Stück, wenn man bedenkt, dass wir nur kleine Straßen fahren. Wir fahren von Rijeka aus in nordwestlicher Richtung zur slowenischen Grenze bei Rupa. Von dort aus geht’s in nördlicher Richtung bis nach Postojna. Von dort aus immer auf der Bundesstrasse 102 entlang – über Berg & Tal. Eine traumhaft schöne Strecke – kann man jedem nur empfehlen. Unterwegs begegnen uns so gut wie keine Autos und Lkws, wir treffen fast nur Motorradfahrer – wer die Strecke kennt, weiß warum Smiley

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Unterwegs nochmal kurz Rast einem schönen Bergsee gemacht

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Weil sich der Himmel zuzieht, es immer dunkler wird und wir die ersten Regentropfen abbekommen, fahren wir rechts ran und hüpfen widerwillig ins Gummizeug – schade, bislang war’s ein Traum zum Fahren Trauriges Smiley

Es beginnt stärker zu Regnen und wir entscheiden uns die Passstrasse nach Italien zu nehmen – auf dem geplanten direkten Weg von Slowenien nach Österreich sind die Passkehren gepflastert – das macht auf regennasser Fahrbahn keinen Spaß….

Auf der italienischen Seite machen wir noch eine kurze Rast um dann auf österreichischen Straßen weiterzufahren – nicht lange….. Nach der ersten Abzweigung halte ich rechts am Fahrbahnrand an – irgendetwas stimmt – das Moped fährt sich extrem ‘schwammig’ also deutlich unpräziser als normal – Hinterrad inspiziert: platt wie eine Flunder!!

Rechts am Fahrbahnrand ist ein Ferienhof – dort hat man aber keine Luftpumpe – im Hof gegenüber gäb’s einen Kompressor meint man. Also ohne Sozia und mit plattem Hinterrad die kleine Anhöhe zu dem Hof hinauf. Einmal kurz geläutet und die Situation erklärt – klar hilft man mir – aber das hilft nicht wirklich, weil die frisch hineingepresste Luft neben dem Ventil an der Felge gleich wieder hinaus will – Reifen kontrolliert – nichts! Ok, muss also der Schlauch defekt sein – Sche…, was tun? Zum Glück ist in der Nähe (3km) eine Tankstelle. Also gute 3 bar in den Reifen und vorsichtig dorthin gefahren. Vielleicht gibt’s ja eine Flasche Reifenpilot im Warensortiment. Glück gehabt, eine einzige Flasche war noch käuflich zu erwerben Smiley. Fluchs die Bedienungsanleitung durchgelesen und über den letzten Satz erschrocken: “Nicht für Motorradreifen geeignet!”…… Und nun? Es wurde später und es begann zu dämmern. Mittlerweile hatten wir vom ADAC über den ÖAMTC, andere Pannenhelfer aber wirklich alles abtelefoniert – kein Reifennotdienst, kein Pannendienst, alle Läden geschlossen – nichts, aber auch wirklich gar nichts, was irgendwie nach Mechanico roch oder aussah war greifbar – Zur Erinnerung: es ist Samstag nachmittag und wir stehen irgendwo in einer einsamen Bergregion.

Nach Villach sind’s gute 30km – dort gibt’s bestimmt eine Möglichkeit! Also Reifenpilot in den defekten Schlauch und mit gemäßigter Geschwindigkeit haben wir uns in Richtung Villach auf den Weg gemacht. Bei Villach sind wir zur Kontrolle meines Reifens an einer Autobahnraststätte rausgefahren – man will es eigentlich nicht glauben – der Reifen war drucklos, luftleer, ….! Die anderen haben während der Fahrt geschaut: sah alles normal während der Fahrt aus…..

Damit war’s für mich dann geschwätzt: ich fahre keinen Meter weiter!

Wir versuchen noch als letzte Möglichkeit einen Autovermieter aufzutreiben, der uns einen Sprinter o.ä. als Einwegmiete nach Deutschland vermietet – nichts zu machen: in ganz Österreich gibt es keine Vermietstation, die am Wochenende geöffnet hat….. Trauriges Smiley

Also wurde folgendes entschieden: Gepäck und Sozia ‘umladen’! Der Rest der Truppe fährt nach Mauterndorf in die reservierte Pension und ich bleibe wo ich bin – bin ja schließlich die letzten paarundvierzig Jahre auch durch’s Leben gekommen Smiley

Ich habe mich damit abgefunden: ich lasse mich via Abschleppwagen nach Klagenfurt zum nächstgelegenen Harley-Dealer schleppen und dann sehen wir weiter…..

Zu allem Überfluß ist mittlerweile der Akku am Blackberry auch noch leer und das in der Hektik umgeladene iPhone Ladegerät funktioniert nicht am BB – darf’s wahr sein – kann mal irgendetwas klappen! Zum Glück habe ich noch ein Samsung 5” Zoll Gerät mit SIM-Slot dabei – SIM Karte umgebaut, iPhone Ladegerät funktioniert damit, na also! Telefonieren geht wieder, wenn auch nur Rufnummern aus dem Gedächtnis – mein Telefonbuch ist ja im mittlerweile saft- und kraftlosen BB…. Trauriges Smiley

Irgendwie habe ich dann doch noch den Abschlepper erreicht und der dann schlußendlich mich gegen halb zehn auf der Autbahnraststätte. Zwischenzeitlich hat sich ein guter Mensch gefunden, der am Sonntag morgen mit einem Sprinter von Deutschland aus nach Villach gefahren wäre um mich einzuladen und heimzufahren. Mittlerweile war die Abschlepptour aber schon fix gebucht und ich hielt dran fest – vielen herzlichen Dank an dieser Stelle dem netten Menschen, welcher mich mit plattem Hinterrad heimchauffiert hätte!!

Die anderen sitzen schon lange beim Bier in der Pension, als ich, zugegebenermaßen fix & fertig, irgendwo am Südring in Klagenfurt vom Abschlepper auf dem Hof des Harley-Dealers abgeladen werde – es ist 23:15 Uhr, dunkel, ich habe keine Ahnung wo ich bin, wohin ich muss und vor allem: wo schlaf ich denn heute Nacht???

Meine liebe Frau hat von zu Hause aus (Google Maps sei Dank!) eine zu Fuß erreichbare Pension in Klagenfurt ausgemacht und den Wirt informiert: da kommt noch gegen später ein ‘kaputter’ Typ zu Fuß (!) mit Motorradklamotten, Helm am Arm und vermutlich 3 oder 4 Plastiktüten in der Hand – und der will dann rein und ins Bett!

Meine Glückssträhne hält an: es klappt! Via Handy erfrage ich beim Wirt den Öffnungscode der Haustüre (ja, der Wirt ist am WE nicht da….), erhalte den entscheidenden Hinweis, wo sich ein Zimmerschlüssel verbirgt – es gibt sie noch die guten Menschen – , schleppe meine Sachen aufs Zimmer, ziehe mich aus und schmeiß mich aufs Bett – wie’s wohl den anderen geht? Wo habe ich das Mopped abgestellt? Ist es morgen hoffentlich noch da? Was passiert überhaupt morgen – Sonntag? Ich denke: wenn morgen, dann jagen wir für morgen – und schlafe ein….

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